01.04.2019

Bundesprüfstelle (BPjM)

Vorläufige Anordnung zur Indizierung des Online-Spiels "Rape Day"

Auf Antrag der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) hat die Bundesprüfstelle für ju-gendgefährdende Medien (BPjM) in ihrer Sitzung vom 19. März 2019 das Online-Spiel „Rape Day“ indiziert. Die Entscheidung erging im Eilverfahren.
Das Spiel wurde am 14. März 2019 veröffentlicht. Es handelt sich hierbei um eine sogenann-te „Graphic Novel“, eine vom Spieler durch Entscheidungen beinflussbare Geschichte. Der Spieler schlüpft in die Rolle eines brutalen Vergewaltigers, der nach einer „Zombie-Apokalypse“ den hierdurch entstandenen rechtsfreien Raum nutzt, um zu morden und Frau-en zu vergewaltigen.
Nach Einschätzung des Gremiums ist der Inhalt des Spiels nicht nur jugendgefährdend, son-dern erfüllt aufgrund der dargestellten Vergewaltigungen und Sexualmorde auch den Straf-tatbestand der Gewaltpornografie nach § 184a Strafgesetzbuch (StGB). Die BPjM wird da-her gemäß § 24 Abs. 4 S.1 Jugendschutzgesetz (JuSchG) die zuständige Staatsanwaltschaft in Kenntnis setzen.
Die Indizierung bewirkt, dass nach deutschem Recht Internetangebote unzulässig sind, die mit dem indizierten Werk ganz oder im Wesentlichen inhaltsgleich sind, § 4 Abs. 1 Nr. 11 des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags (JMStV). Eine Online-Verbreitung des Spiels darf somit von Deutschland aus, unbeschadet weiterer strafrechtlicher Verbotsnormen, nicht erfolgen. Ein Zuwiderhandeln stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die ein Bußgeld von bis zu 500.000 Euro nach sich ziehen kann. Für die Einhaltung der Jugendschutzbestimmungen im Internet sorgt die KJM.

Die vollständige Pressemitteilung auf bundespruefstelle.de