06.09.2018

Jugendhilfe

16 000 Kinder und Jugendliche in geschlossenen Heimen

Laut einer in mehreren Tageszeitungen veröffentlichten dpa-Meldung werden in Deutschland immer mehr Kinder in geschlossenen Heimen untergebracht. Das gehe aus einer Antwort des Bundesfamilienministeriums auf eine Anfrage der Linken-Bundestagsfraktion hervor. Im Jahr 2016 genehmigten Familiengerichte demnach in 15 534 Fällen, dass Minderjährigen mit erheblichen Problemen die Freiheit eingeschränkt wird. 2006 hatte diese Zahl bei 6016 gelegen.


Ein Kind oder Jugendlicher kann nur mit richterlicher Genehmigung auf Antrag des Sorgeberechtigten (Eltern, -teil oder Vormund) in einem geschlossenen Heim untergebracht werden. Es handelt sich um eine mit Freiheitsentziehung verbundene Unterbringung nach § 1631b BGB. Hintergrund für die geschlossene Unterbringung ist oft Jugendkriminalität, aber auch Selbst- und/oder Fremdgefährdungssituationen, die jedoch keine psychiatrische Unterbringung erfordern. Unter besonderen Umständen kann auch häufiges Entweichen und mangelnde Erreichbarkeit mit anderen Betreuungsformen der Anlass sein (wikipedia 06.09.18). Die geschlossene Unterbringung als Form der sozialpädagogischen Betreuung ist stark umstritten und wird in vielen Bundesländern nicht angewendet. Sie steht im Sozialgesetzbuch weder als besondere Maßnahme, noch wird sie dort ausgeschlossen.