Jugendgewalt    •    6. März 2017

Kriminalstatistik zeigt einen Rückgang von Straftaten bei Jugendlichen

Gegen die weit verbreitete Meinung, dass Gewalt unter Jugendlichen zugenommen habe, sprechen die offiziellen Zahlen der Kriminalstatistik. „Es gibt keinen Anlass für Panik“, sagte dazu Martin Rettenberger, Direktor der Kriminologischen Zentralstelle in Wiesbaden, der Frankfurter Rundschau (www.fr-online.de).

Tatsächlich nehme die Gewalt bei Kindern und Jugendlichen seit Jahren stetig ab. Rettenberger belegt das mit Zahlen aus der Kriminalstatistik. So stieg die Zahl der Gewaltdelikte bei den 14- bis 21-Jährigen bundesweit zwar von 1987 bis zum Jahr 2007 von jährlich rund 350 Fällen je 100 000 Einwohnern auf mehr als 1100 an. Seitdem aber ist die Zahl wieder stark rückläufig. 2015 lag sie wieder bei unter 600, Tendenz weiter fallend.
Der Eindruck, es werde „mit den jungen Leuten immer schlimmer“, habe etwas mit der öffentlichen Wahrnehmung zu tun. „Delikte wie eine schwere Sexualstraftat kommen heute auf die Titelseite, wo sie vor 30 Jahren noch als Meldung auf Seite 5 gestanden hätten“, meint Rettenberger. Zudem werde heute gerade in den digitalen Medien sehr intensiv berichtet, dazu würden Fotos oder Videos von den Straftaten gezeigt, was die Wirkung der Berichterstattung noch verstärke.
Aber dies ist sicherlich nicht alles nur eine Medienblase. Natürlich gebe es diese Fälle, wo im Alltag ganz plötzlich und unerwartet massive Gewalt ausbreche, darauf weist der Heilpädagoge Michael Schroiff in dem Zeitungsartikel hin. Etwa die Jugendlichen, die einen Mann einfach so vor die U-Bahn schubsen, geschehen im Januar in Berlin. Oder andere, die einen Obdachlosen aus Spaß anzünden.
Woher diese Gewalt kommt, auch jene, unter denen Mobbingopfer zu leiden hätten, darüber diskutierten kürzlich auf Einladung des Bundesverbandes der Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeuten rund 250 Fachleute aus dem ganzen Bundesgebiet in der Fachhochschule Frankfurt. (jugendschutz-info.de 06.03.2017)