Statistik    •    06. Okt. 2017

Kindeswohl immer öfter gefährdet

Immer mehr Kinder sind nach Einschätzung der Jugendämter in ihrem Wohl gefährdet. Im vergangenen Jahr stieg die Zahl der akuten Fälle auf 21.600. Das war eine Zunahme von 3,7 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am 4. Oktober bekannt gab. 2015 hatte die Zahl der eindeutigen Gefährdungen sogar zweistellig zugelegt.

Insgesamt befassten sich die Ämter mit rund 137.000 Fällen (plus 5,7 Prozent), in denen das Kindeswohl als möglicherweise gefährdet galt. Kleinkinder bis zum Alter von drei Jahren waren von der Prüfung besonders häufig betroffen. Die meisten der rund 45.800 Kinder mit akuter oder latenter Gefährdung wiesen Anzeichen von Vernachlässigung auf (61,1 Prozent). In 28,4 Prozent der Fälle wurden Anzeichen für psychische Misshandlung festgestellt. Bei rund einem Viertel (25,7 Prozent) gab es Anzeichen für körperliche Misshandlung. Anzeichen für sexuelle Gewalt wurden in 4,4 Prozent der Fälle von Kindeswohlgefährdung festgestellt. (veröffentlicht auf jugendschutz-info.de 06.10.2017)

Pressemitteilung Nr. 350 des Statistischen Bundesamtes vom 04.10.2017 unter www.destatis.de