15.01.2018

KJug 1/2018

Ritzen Schnippeln Cutten – Selbstverletzendes Verhalten Jugendlicher

Selbstverletzendes Verhalten durch Ritzen der Haut an Armen und Beinen ist kein neues Thema, aber durch die Darstellung in den sozialen Netzwerken hat sich der Fokus verschoben. Konnte man früher diese Art der Selbstverletzung nur gelegentlich unmittelbar sehen, werden heutzutage ganze Internetseiten und Foren mit Bildern und Anleitungen zur Selbstverletzung gefüllt. Doch wieso fügen sich junge Menschen solche Verletzungen zu?

In einer ersten Studie »#Ritzen – Selbstverletzung bei Instagram« der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie der Universität Ulm wurden jetzt die Darstellung des Ausmaßes und die Auswirkungen von Bildern in einem sozialen Netzwerk untersucht. Doch Selbstverletzungen stehen nicht nur für individuelles Leid(en), sie müssen auch unter kulturell-gesellschaftlichen Aspekten betrachtet und eingeordnet werden. Andere Formen der sogenannten Body-Modifikation wie Tattoos, Piercings und Schönheitsoperationen sind mittlerweile akzeptiert(er), deuten aber dennoch, genau wie Ritzen und andere Formen der Selbstverletzung auf gesellschaftliche Veränderungen im Umgang mit dem Körper hin.

Schulen, die Jugendhilfe und alle diejenigen, die mit Jugendlichen arbeiten, müssen für Formen nichtsuizidalen selbstverletzenden Verhaltens (NSSV) sensibilisiert werden. Die Autorinnen und Autoren tragen mit ihren Beiträgen in der aktuellen Ausgabe von KJug hierzu bei.

Aus dem Inhalt:

Prof. Dr. Katharina Liebsch: »Ritzen« im Zeitalter der gesellschaftlichen Verfügbarkeit des Körpers

#Ritzen: Nicht-Suizidales Selbstverletzendes Verhalten (NSSV) bei Instagram (Kurzzusammenfassung)

Selbstverletzendes Verhalten (SVV) im Internet. Erkenntnisse aus den Recherchen bei jugendschutz.net – Ein Interview mit Katja Rauchfuß, Referatsleiterin und Expertin für selbstgefährdende Inhalte im Netz bei jugendschutz.net

Dr. Rebecca C. Brown: Projekt 4S - Schulen Stark machen gegen Suizidalität und Selbstverletzendes Verhalten

Dr. Niels Brüggen, Stephan Dreyer, Marius Drosselmeier, Christa Gebel, Prof. Dr. Uwe Hasebrink, Marcel Rechlitz: Jugendmedienschutzindex: Der Umgang mit onlinebezogenen Risiken

Sabine Schilcher: Ombudsstellen in der Kinder- und Jugendhilfe

Sigmar Roll: Unterschiede zwischen kommerziell und gemeinnützig veranstalteten Jugendreisen

Die Ausgabe 1-2018 der Zeitschrift Kinder- und Jugendschutz in Wissenschaft und Praxis (KJug) mit dem Titel »Ritzen Schnippeln Cutten – Selbstverletzendes Verhalten Jugendlicher« kann zum Preis von EUR 16,- (inkl. Versandkosten) beim Herausgeber bestellt werden: Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz, Mühlendamm 3, 10178 Berlin, Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!, Online unter: www.kjug-zeitschrift.de